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Interview: FCK bildet 2010/11 JBBL Spielgemeinschaft mit den BIS Baskets Speyer!
QUELLE: RHEINPFALZ 28.04.10
Herr
Christmann, erstmals hat ein FCK-Jugendteam am Spielbetrieb einer der
zwei Jugend-Bundesligen des Deutschen Basketball-Bundes teilgenommen.
Wie fällt die Bilanz aus?
Zuallererst
möchte ich vor allem den Spielereltern, Sponsoren und ehrenamtlichen
Helfern danken, ohne die dieses anspruchsvolle Projekt nicht möglich
gewesen wäre. Insbesondere hat mein Co-Trainer Johannes Münch einen
großen Anteil am Gelingen des Projektes gehabt. Wir mussten ja fast
ausschließlich gegen Teilzeit-Internate antreten, die mit ihren
hauptamtlichen Trainern einfach viel größere Ressourcen zur Verfügung
haben. Dementsprechend war das Niveau in der JBBL von Anfang an viel höher als in
den pfalzweiten oder regionalen Ligen, in denen die FCK-Jugendteams in
der Vergangenheit immer dominiert haben, was auch die
Rheinhessen-Pfalz-Meisterschaft am vorletzten Wochenende wieder bewiesen
hat. Somit war es für meine Jungs vor allem im Angriff ein großer
Schritt, gegen den meist enorm hohen Verteidigungsdruck der Gegner zu
Punkten zu kommen.
Haben
Sie die vor der Saison gesteckten Ziele erreichen können?
Bis auf zwei Niederlagen mit
der
Schlusssirene waren die Ergebnisse und somit auch die Niederlagen dem
Leistungsniveau entsprechend. Von der Mannschaft wurden vor der Saison
sowieso von keiner Seite irgendwelche Resultate gefordert, viel mehr
stand die Entwicklung der Spieler im Vordergrund. Ein kleines Ziel, eine
der „großen" Mannschaften zu schlagen, haben wir leider am vergangenen
Sonntag gegen Jena denkbar knapp verpasst.
Wurden Ihre Erwartungen an die
Entwicklung der Spieler erfüllt?
Vordergründig hat das Team von
zu
vielen Einzelaktionen in den ersten Spielen im Verlaufe der Saison immer
besser zum Mannschaftsspiel gefunden. Im taktischen Bereich hatte ich
zu Beginn vielleicht zu hohe Ansprüche an die Mannschaft gestellt, da es
manches Mal etwas länger gedauert hat, bis sie die Vorgaben in diesem
Bereich umsetzen konnte. Individuell denke ich, dass wir viele Spieler,
die relativ „roh" gerade von anderen Vereinen zu uns kamen, so
ausgebildet haben, dass sie später zumindest in der Lage sind,
Herren-Oberliga oder in manchen Fällen auch in höheren Ligen zu spielen.
In die Trainingsarbeit mussten
auswärtige Spieler integriert werden. Wie sah die Arbeit aus, und wie
ist sie im Nachgang zu bewerten?
Die auswärtigen Spieler haben
einmal pro Woche am Mannschaftstraining teilgenommen und konnten daher
in der Regel nicht an den zusätzlichen Individual-Einheiten teilnehmen.
Mit allen Spielern wurden vor der Saison aufgabenbezogene Ziele
entwickelt, an denen sie in der Saison - bei den Auswärtigen in
Absprache mit den Trainern des Heimvereins - gearbeitet haben.
Zusätzlich wurde in Kooperation mit der TU Kaiserslautern ein
Athletiktest durchgeführt, der bei den Spielern Entwicklungsfelder offen
gelegt hat, an denen wir dann auch gezielt arbeiten konnten. Insgesamt
haben die Spieler, die das gesamte Trainingsangebot wahrnehmen konnten,
noch etwas größere Fortschritte gemacht.
Wie geht es nächste Saison
weiter?
Schon vor Ende dieser Saison
haben wir mit den BIS Baskets Speyer Kontakt aufgenommen, um die
Möglichkeit einer Kooperation auf JBBL-Ebene
zu erörtern. Da beide Vereine für die nächste Saison alleine eine etwas
zu dünne Spielerdecke gehabt hätten und sich die Spielerkader beider
Clubs, sowohl was die Positionen als auch die Leistungsstärke angehen,
gut ergänzen, wurde letzte Woche ein Kooperationsvertrag unterzeichnet.
Demzufolge wird nächste Saison ein Team unter dem Namen „SG BIS Baskets
Speyer/1. FC Kaiserslautern" in der JBBL
an den Start gehen.
Wie
sieht diese Kooperation aus?
Speyer wird den Headcoach
stellen,
dem ein Assistant-Coach aus dem FCK-Lager zur Seite gestellt wird. Die
FCK-Spieler werden ein- bis zweimal pro Woche nach Speyer zum
Mannschaftstraining fahren, während die individuellen Trainingseinheiten
in Kaiserslautern, insbesondere auch für die noch jüngeren Jahrgänge,
die wir verstärkt an das hohe Niveau heranführen wollen, beibehalten
werden. Des Weiteren werden mehrere Heimspiele in Kaiserslautern
stattfinden, wovon eines nach Möglichkeit auch wieder im Vorprogramm
eines Profi-Spiels der Saar-Pfalz Braves in Homburg stattfinden soll.
(cöt)